Buchempfehlung: Flächenland, mal ein ganz anderes, schon (sehr) älteres Buch

Eigentlich wollte ich eine ganz andere Buchempfehlung machen. Hab mir sehr enthusiastisch das Buch bei Amazon bestellt, aber, aber, aber ... Weder Cover noch Inhalt haben mich überzeugt.
Ich sehe es nicht so als meine Aufgabe, andere Bücher rezitechnisch auseinander zu nehmen - es ist ja alles Geschmacksache.
Deshalb kommt als Buchempfehlung hier ein Buch, das unverdientermaßen etwas in Vergessenheit geraten ist: Flächenland, eines meiner Lieblingsbücher.


Edwin A. Abbott war 1865 Schulleiter, Theologe, Mathematiker, Schriftsteller, er hat noch viel mehr Bücher geschrieben, doch "Flächenland" ist aus vielen Gründen heute so aktuell wie damals.

Im Prinzip beschreibt der 1. Teil das Leben in Flächenland, basierend auf einem viktorianischen Gesellschaftsbild. Und das Bild der Frauen - die dort recht gefährliche gerade Linien sind, ist einfach göttlich. Schon beim Lesen des Buches merkt man, wie aufgrund der zwangsläufig geometrischen Beschreibungen das eigene Gehirn anfängt, alles mathematisch umzusetzen :-) :-)

Noch interessanter ist der 2. Teil, in dem unser Quadrat, der Hauptdarsteller, Bekanntschaften und Reisen mit/in andere Ebenen macht. Linienland .... Punkteland ....
Vor allem aber in eine dreidimensionale Ebene, die zunächst völlig außerhalb seiner Vorstellungskraft liegt, die er über eine Kugel, die er ganz überraschend kennenlernt, entdeckt.

Was ich als sehr spiritueller Mensch am meisten mag, ist die völlig logische Grundlagenthese - die unser kleines Quadrat der Kugel gegenüber verteidigen muss.
Wenn es Ebene A gibt, Ebene B, Ebene C, dann muss es auch E, F und viele andere geben.
Was die Kugel ablehnt. Sie lehnt eine 4. Dimension vehement ab, weil sie selbst sie nicht wahrnehmen kann.

Ein Roman, der in vielerlei Hinsicht die grauen Zellen zu neuen Leistungen anspornt und dabei noch sehr gut und unterhaltsam geschrieben ist. Absolut empfehlenswert. 


       

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