Sonntag, 30. Oktober 2016

Leseprobe

Wenn man anfängt, ein Buch zu überarbeiten, nur maganzfix formatieren quasi, damit es von Amazon als e-Book oder Print angenommen wird, liest man ja zwangsläufig wieder selbst rein. Und dann kommen so Gedanken wie ... Hab ich das wirklich SO geschrieben? - Geht gar nicht ... da fehlt doch noch ...
Diese Leseprobe soll euch zum einen Freude bereiten - zum anderen sagt sie jetzt etwas mehr über die Noamden aus :-)

Noch 80 Seiten überarbeiten, und DAS hier folgt auf den  Pfoten des Drachen  :-)

  Und hier ist die Leseprobe:


 

Wenige Tage später waren, zum ersten Mal in der Geschichte der Ebene, die acht Anführer der Nomaden in der Versammlungshalle des Haldhyn. Sie hatten zuerst nicht glauben wollen, was Laith berichtete, doch der Drache, der auch jetzt noch immer wieder mit achtsamen Blicken bedacht wurde, hatte seine unglaubliche Geschichte bestärkt. So waren sie der Einladung gefolgt.
   In ihre besten, mit Stickereien und Fell verzierten Lederjacken gekleidet, saßen sie auf den Korksitzen, die Waffen griffbereit an der Hüfte. Man sah ihnen an, dass sie sich ausgesprochen unwohl fühlten. Nachdem etliche Stunden verrannen, in denen die sie ihren Mut und ihre Kampfbereitschaft priesen, und im Kampf gegen Drachen anscheinend eine vergnügliche Winterunterhaltung sahen, hatte Zach genug von ihrem Geschwätz. Der Sturm ließ immer mehr nach, die Zeit drängte.
   Niemand war bis jetzt auf eine Idee gekommen, die den Haldhyn vor den Drachen schützen würde. Er flüsterte PJ eine Frage ins Ohr.
   Der Drache, der seinen Kopf weit senken musste, grinste breit: »Yo man, kein Problem.«
   »Komm mit, Pidschäi, und ihr folgt uns. Alle.« Zach griff nach ein paar Harzbrocken.
   Ein eisiger Wind wehte durch den Baum, als sich die Menschen vor der Kammer versammelten.    
   »Nomaden, niemand stellt euren Mut in Frage. Ihr macht euch nur eine falsche Vorstellung von den anderen Drachen. Sie werden nicht kommen und fragen: Eine kleine Wette gefällig? Sie sind nicht so freundlich wie dieser hier. Die anderen Drachen werden gar nichts fragen. Aber das hier tun.«
   Er nickte PJ zu, und als die Augen des Drachen in einer Farbe zu glühen begannen, die den Schnee auf den Ästen in einem unheimlichen Rot aufleuchten ließ, wurde es gespenstisch still.
   Zach warf das Harz in die Luft. Ohne dass man erkennen konnte, was der Drache anderes machte, als den Brocken mit seinen glutroten Augen zu verfolgen, zerplatzte der nach einem kurzen Aufflammen zu einem Regen aus kleinen schwarzen Flocken.
   »Auf diese Weise werden sie alles töten, das sich voller Leben bewegt.«
   Hazim, der wie Laith, den Gesprächen sehr aufmerksam gefolgt war, trat zu ihm.
   »Dieser Baum ist seltsam. Die Wege der Äste sind breiter als unsere größten Zelte. Doch ich kann einfach nicht vergessen, dass ich sehr hoch oben stehe.«
   »Auch ich bevorzuge die Erde unter meinen Füßen«, erwiderte Laith und dachte daran, dass er den Baum und Eilika verlassen würde. »Möglicherweise wird bald die Zeit kommen, meine Schuld einzufordern.«
   Bedächtig nickte der Shishkali. »Ich dachte mir schon, dass es nicht mehr lange dauern wird.«
   »Es könnte sein, dass du nicht sofort verstehst, was ich damit bezwecke. Doch du weißt, dass du es tun musst?«
 »Wenn ich den Sinn darin gar nicht sehen kann, wie lange denkst du, el Haldhyn, sollte ich danach suchen?«
   Laith stutzte. »Sag das noch einmal.«
   Hazim runzelte die Brauen und strich seine Zöpfe, die der Wind ihm ins Gesicht wehte, zur Seite.    
   »Wie lange muss ich nach einem Sinn suchen, wenn ich ihn nicht sehen kann?«
   Laith schlug ihm auf die Schulter und rief: »Du hast unsere Lösung soeben gefunden, Shishkali.«
   Die Männer sahen ihn verdutzt an.
   »Wie lange, PJ, würden die Drachen in der Ebene suchen, wenn sie überhaupt nichts fänden?«
   »Mhm, es dauert ein oder zwei Tage sie zu überfliegen. Finden sie nichts, würden sie noch einmal alles überprüfen. Um ganz sicher zu gehen. Kommen keine Schneestürme, werden sie die Berge überqueren und hinter ihnen weiter suchen. Kommen welche, verschwinden sie in die Eisfelder, um abzuwarten.« PJ zählte die Tage an den Pfoten ab. »Vier bis sechs Tage, denke ich.«
   Dann erstarrte der Drache und seine Augenwülste zogen sich zusammen.
   »Mensch Junge, gib mir fünf, du hast es!« Er hielt ihm die Pfote hin, Laith schlug ein.
   »Wenn ich erst verstehe, wovon ihr redet, bin ich gerne bereit, dir ebenfalls fünf zu geben. Verratet mir nur, wovon«, sagte Sorkas und hielt PJ die Hand hin. Der Drache schlug mit seiner Pfote darauf und grinste so breit, dass die Nomaden schaudernd seine scharfen Zähne betrachten konnten.
   »Der Junge hier hat euer Problem gelöst. Fragt sich nur noch, wie man es umsetzen kann.«
   Dann watschelte er zu Zach und sagte: »Hol deine Leute, und von dem Getränk, das schäumt.«
   PJ el Haldhyn, der Drache mit Identität, schlug dem Ersten der Ältesten erleichtert auf die Schulter. »Doch sowie diese verdammten Roboter wieder verschwunden sind, fliege ich zur Insel und der Junge wird! mich begleiten!!«
   »PJ«, erwiderte Laith, »du sagtest, sie würden über die Berge fliegen. Dahinter liegt Baa Wheel. Bevor wir deinen Boss wecken können, muss ich mein Volk warnen.«
   Der Drache verdrehte seine Augen und knurrte.
   Zena und Sorkas sahen sich an. »Ich habe es gesagt!«, meinte Zena.
   »Da wir alles über den Prinzen Laith el Haldhyn erfahren haben, würde es mich wundern, wenn er die Verantwortung nicht erkannt hätte. Immer zuerst der Baum. Doch wenn es hinter den Bergen wirklich so viele Menschen gibt, wie er behauptet, ist er auch ihnen verpflichtet«, erwiderte Zach und ging zurück in den Versammlungsraum.

   Nachdem die el Zobeir nun eine ungefähre Vorstellung von dem hatten, was sie erwarten würde, berieten sich die Anführer leise. Ein el Haldhyn, der vor einer Gefahr warnte, war eine Sache, (die man in etwa so werten konnte wie das Gejammer der Frauen bei einem Gewittersturm), Drachen, die mit glutroten Augen bereit waren, womöglich Zelte in Brand zu setzten, eine ganz andere. Da ein solches Problem nicht mit einer mutigen Tat allein zu lösen war, mochte es interessant sein, (bevor der Rat der Mütter einige tapfere Helden auserwählen konnte, sich den Drachen persönlich zu stellen), was denn die el Haldhyn, oder der Drache selbst, schließlich war er ja deren Gast, vorschlagen ... mussten.
   Genau. Mussten.  
Gemeinsam warteten sie auf die el Haldhyn, die langsam den Versammlungsraum füllten. Flüsternd deuteten sie auf den Drachen, der wie ein grüner Berg den Platz zwischen zwei Feuerstellen ausfüllte.    
   Ein Drache und Nomaden im Haldhyn?


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