Königs Gambit oder: Mail an meinen Onkel in Australien, oder: Autorenalltag

Also ich würde jetzt gerne ein paar eklatant intellektuell hochwertige Posts verfassen, aber, aber, aber.
Statt dessen: Autorenleben eben. Mail an Gerd in Perth:
 
nur ganz fix ...
also die Fort Knox Fragen müssen noch etwas warten. Woah ...
Nach zwei eklatant ruhigen Tagen, in denen ich endlich die Kapitelabschnitte richtig ordnen und anfangen konnte auszuarbeiten, hat die Familie mich fest im Griff.
😊
Colin möchte bitte trotzig sein und keinen Omatag mehr.
Super, finde ich gar nicht mal so schlecht.
Er sagt Nina nicht warum, aber der Grund ist: Er darf auch bei mir nicht endlos am Tablet rumdaddeln, und ein Nein ist auch bei mir ein Nein. Trotz heftiger Debatten die sich von REWE Kettwig Mitte, durch ganz Kettwig und den ganzen Unterlehberg bis zu meiner Haustür raufziehen.
Oder von Oma Inge, die wir am Dienstag besucht haben, von ihrer Haustür bis zur U-Bahn Station, die ganze Fahrt bis Gruga West/Süd, an der Haltestelle zum Bus und die Busfahrt durch bis Kettwig Schwimmbad.
Der ganze Bus fand das echt witzig, ich nicht.
Jetzt schmollt er. Finde ich sehr erholsam.

Ilse möchte bitte den Tabletten- und Grundpflegeservice, aber nur nach ihrem Zeitplan.
Ich hatte dann Gespräche mit dem Pflegedienst und Ilse, und habe Ilse gesagt, sie muss natürlich gar nichts, aber wenn sie was möchte, dann Komplettpaket oder nix. Jetzt möchte sie dann doch das Komplettpaket.

Luke hat mir für meine Rolle in der Theateraufführung 16 super sehenswerte Schachzüge aufgeschrieben, beginnend mit einem Königs Gambit, unterbrochen durch Bobby Fishers anti Königs Gambit Züge ... weil die gute Lady Florence, die ich spiele, einen Endlosmonolog der Dedektivin überbrücken muss. Kommt immer gut bei den Zuschauern an, war bisher aber nicht wirklich ein professionelles Schach, sondern eher ... ich setz da ma was auf was.
Ich spiel da gegen mich selbst, in der Szene, und wollte das unprofessionelle ändern. Wenn die Florence schon eine egozentrische, eiskalte Mörderin ist, dann sollte sie zumindest Schach spielen können.
Ich kann Lukes Kürzel nicht lesen, echt nicht. Also kommt er nachher von Mutti - Freitags besucht er sie immer - und zeigt mir das mal live Zug für Zug.
Ich überleg hier auch gerade, ob die Oma Geli, die Angelika-Nichte und die Angelika-Tochter nicht einige wesentliche Wesenszüge der Florence in Echt übernehmen sollten.

Philipp will heute bei mir übernachten.
Geplant war, dass Kati ihn nach dem Hockey-Training bringt, so gegen 17 Uhr.
Super Zeit, prima.
Jetzt hat der einen Affenaufstand gemacht, das wär kein Omatag, wenn die Oma ihn nicht von der Schule abholt und blabla mimimi.
Also werde ich ihn nachher um 13.30 abholen, noch schnell einen Schlafanzug für ihn kaufen - weil er Kati das erst heute morgen an der Schule vorgeheult hat - überhaupt einkaufen und dann gemütlich in Ruhe mit ihm Clash of Clans spielen.
Bis Luke kommt, um mir Schach beizubringen. Was zum Teufel ist ein Königs Gambit?

Dann ist Samstag, da kommt Kati ihren Sohn so gegen 10 abholen und bringt Brötchen mit. Aber ab 12 Uhr Mittags ist hier Schicht. Definitiv.
Weil ich dann sofort an das Buch gehe, um die Ideen nicht zu verlieren.
Und dann
dann schreib ich endlich das richtige Mail an dich.

Bis später, grüß dich ganz lieb,
Angelika

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